Mike Austin
10 Gebote
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© 2018 Mike Austin
 

1. Keine Angst vor großen Tieren

Wer kennt nicht die Bilder von Tribünen voller Amateure, die ehrfurchtsvoll staunen, wenn ein Spieler ein Wedge mit Backspin an die Fahne schlägt? Meistens fällt dann der Satz: "Das sieht so einfach aus."

Statt in Ehrfurcht zu versinken, sollte man sich lieber auf den Weg machen, das selbst zu lernen. Das macht viel mehr Spaß. Vor allem, weil es keine große Sache ist. Werfen Sie einen Blick auf unsere Schüler.

2. Entscheidung

Wer Golf lernen will, muss sich wirklich dafür entscheiden. Diese Entscheidung ist vergleichbar mit der Entscheidung für eine Sprache, ein Studium oder ein Musikinstrument.

Der Ansatz "Ich mache meine Platzreife und versuche möglichst ohne Training auszukommen." führt meistens zu einem Golferleben ohne den eigentlichen Spaßfaktor dieses faszinierenden Sports. Man bleibt praktisch ein Leben lang nur Zaungast und wundert sich, wie die guten Spieler "das Kaninchen aus dem Hut zaubern".

3. Durchbeißen

Wichtige Komponenten bei der Entwicklung eines soliden Golfschwungs sind Eigeninitiative und Durchhaltevermögen. Jeder Golfer ohne körperliche Einschränkungen kann mit der richtigen Information in relativ kurzer Zeit (einige Wochen bis Monate) einen vollendeten Golfschwung entwickeln.

siehe z.B. Schwung des Monats

Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und konsequent strukturiert übt, kann den Lernprozess deutlich verkürzen. Der eigentliche Spaß an dem Spiel fängt an, wenn der Schwung da ist, wenn man sich auf die Entscheidungen konzentrieren kann und die Ausführung in den Hintergrund tritt.

4. Watching Winners

Orientieren Sie sich immer an den Top-Spielern, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

  • Top 20 Weltrangliste
  • Top 20 Career Money List
  • Top 10 Spieler mit den meisten Turniersiegen

Dazu ein schöner Spruch: I just watch major winners. Their swings are bad enough.

Die Videos dieser Spieler findet man auf Youtube oder vorselektiert in unserem Jungle Guide.

 

5. Gut = Einfach

Die Topspieler sind nicht so gut, weil sie was ganz Kompliziertes machen.

Sie sind deshalb so gut, weil sie ein einfaches Schwungkonzept haben, das unter Druck über mehrere Turniertage funktioniert.

Zu diesem Thema gibt es in der Wissenschaft auch den Begriff "Ockhams Rasiermesser" oder Sparsamkeitsprinzip:

  • Von mehreren möglichen Erklärungen für ein Phänomen ist immer die einfachste Variante zu bevorzugen. 

Der Golfsport ist geradezu prädestiniert für die Anwendung dieses Prinzips.

6. Die Physik macht's: Keine Störachsen!

Der Golfschwung ist in erster Linie ein physikalisches Thema.

Es gibt eine Reihe von hochqualifizierten Leuten, die Lösungen aus anderen Disziplinen anbieten, wie z.B. Psychologie, Sportwissenschaft, Biomechanik und Schamanismus.

Trotzdem kommt die Lösung zunächst aus der Physik.

Und diese Lösung ist sehr simpel:

Man nehme einen Putter.

Der Putter kann wie jeder Körper um 3 Achsen drehen/schwingen:

  1. Die sinnvolle Hauptachse (x): Putter pendelt entlang der Ziellinie durch den Ball.
  2. Störachse 1 (y): Putter dreht sich um die Schaftachse.
  3. Störachse 2 (z): Putter schwingt im rechten Winkel zur Ziellinie.

Dieses Prinzip lässt sich auf den vollen Schwung übertragen.

Jetzt kann man sich leicht überlegen, welche Achsen die Standardlehre propagiert:

  • Arme heben und senken: Störachse z
  • Hände nach oben winkeln: Störachse z
  • Schläger öffnen und schließen: Störachse y
  • Körper um senkrechte Achse drehen ("Routäischn"): Störachse y

Das ist die unglückliche Situation:

Die Standardlehre basiert auf Störachsen und betreibt dann "Schadensbegrenzung by Trackman".
Profis minimieren Bewegungen um Störachsen im Vorfeld durch ein sinnvolles Bewegungskonzept.

7. Zusammenhänge statt Arbeitspunkte

In der Physik sind die Lösungen von Bewegungsgleichungen immer Funktionen, niemals feste Werte.

Also nicht "Welche Blattstellung ist richtig?", sondern "Welches Gelenk steuert die Blattstellung?".

Es geht darum, das Thema zu durchdringen, nicht eine persönliche Realität zu verteidigen.

Der Streit zwischen den unterschiedlichen Schulen ergibt sich aus dem Denken in Arbeitspunkten.

(Ein Arbeitspunkt ist eine feste Wertekombination einer Funktion oder eines Systems. Wenn ich mit dem Auto im 3. Gang 100 km/h fahre, befindet sich der Motor in dem entsprechenden Arbeitspunkt auf der Leistungs- und Drehmomentkurve.) 

8. Magic Hands

Wenn man die wesentlichen Schwungelemente für einen geraden Ball verstanden und umgesetzt hat, geht es hauptsächlich um das Thema Handvariationen.

"Magic Hands" versetzen einen Spieler in die Lage, den Schlag zu spielen, der am besten die jeweilige Aufgabe löst.

Übrigens: Ein Golfbuch ohne ein Kapitel "Hände" ist am Thema vorbei.

9. Pin High

Gute Spieler haben eine perfekte Distanzkontrolle.

Sie kennen immer die genauen Entfernungen auf dem Platz und wissen wie weit sie die einzelnen Schläger schlagen.

Dazu eine schöne Geschichte über Bernhard Langer:

Caddie: Vom Sprinkler bis zur Fahne sind es 90 Meter.

Langer: Von welchem Teil des Sprinklers?

10. Equipment

Für einen produktiven Lernprozess benötigen Sie neben den passenden Schlägern (das ist ein Thema für sich) eine Reihe von Equipment, wie z.B.

  • Entfernungsmesser
  • High Speed Digitalkamera mit Stativ (z.B. Casio ZR 300 für ca. 150 Euro)
  • Metronom für Rhytmus (auch als Gratis-App: iBeat)
  • DVDs von/mit Topspielern
  • Momentus SwingTrainer
  • Hochwertige Übungsbälle für das kurze Spiel 
  • u.a.